Der Schützenverein „Jägerblut“ wurde im Juni 1913 gegründet, als sich 18 junge Männer mit den gleichen Interessen und Freude am Schießsport zusammenfanden.Zum ersten Vorsitzenden wurde Peter Jäger gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren Balthasar Bangert, Jakob Braun, Martin Seib, Matthias Braun, Adam Feuerbach, Balthasar Frank, Philipp Frank, Adam Groh, Balthasar Hartmann, Hermann Knapp, Heinrich Oberthir,Wilhelm Rickert, Michael Seib, Adam Schmitt, Franz Sterkel, Anton Wagner und Georg Wagner.
Zunächst wurde mit Luftgewehr und Bolzen geschossen. Schon nach kurzer Zeit zählte der Verein 30 aktive Mitglieder.Der 1. Weltkrieg 1914 – 1918 brachte den ersten Rückschlag und forderte unerbittlich seine Opfer. Nach Kriegsschluss kam das Vereinsleben nur zögernd wieder in Gang.
Bei der Wiederaufnahme des Schießbetriebes wurde mit so genannten Zimmerstutzen geschossen. Die Distanz betrug 15 Meter. Geübt wurde in einem Lokal mit einem Saal, in dem die Schießstände aufgebaut waren.
In der Zeit um 1925 wurde das KK-Schiessen immer aktueller und unter großen, finanziellen Opfern und Schwierigkeiten wurde am Hallhüttenweg ein 50 Meter KK-Stand errichtet, der im Juli 1928 feierlich eingeweiht wurde.
Unter Beteiligung der einheimischen Bevölkerung und der benachbarten Schützenverein wurde 1938 das 25-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.Zu dieser Zeit zogen dunkle Wolken am politischen Horizont auf und wie alle anderen Schützenvereine, musste auch die S.G. „Jägerblut“ ihre Anlagen und Werte den damaligen Machthabern zur Verfügung stellen.
Nach den Wirren dieser Epoche war das Vereinseigentum für immer für den Schützenverein ohne Entschädigung verloren. Die kleine Halle in der Volksschule von Urberach war ursprünglich Eigentum des Schützenvereines. Hier wurde nun die Schulspeisung der Schulkinder zubereitet.
Nachdem die Militärregierung das Versammlungsverbot aufgehoben hatte stand der Bildung von Schützenvereinen nichts mehr im Wege. Als einer der ersten Schützenvereine des Kreises Dieburg, wurde die Schützengesellschaft „Jägerblut“ am 5. Juni 1952 neu gegründet.Zum 1. Vorsitzenden wurde Jakob Beissler gewählt.Dieses war nicht leicht, denn es gehörte viel Mut dazu sich zur damaligen Zeit zum Schießsport zu bekennen. Als behelfsmäßige Sportstätte diente jetzt ein Gaststätte mit separatem Aufenthaltsraum und einer Luftgewehrschießanlage mit 4 Ständen auf 10 Meter Entfernung.
Zusammen mit dem 6. Kreisschützenfest wurde 1963 das 50-jährige Vereinsjubiläum in Verbindung mit der Weihe und Übergabe der Vereinsfahne begangen.Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein 50 Mitglieder.
Schon 1966 erwies sich die Anlage als nicht mehr vorschriftsmäßig und unfallsicher. Durch ein Erweiterungsbau musste dem abgeholfen werden.Als Trainingstage stand nur der Samstagabend zur Verfügung. Dieser Tag war natürlich zu für eine Leistungssteigerung der Schützen zu wenig. Mit dem Einverständnis eines ebenfalls im selben Lokal Sport treibenden Vereines, konnte der Donnerstag hinzu gewonnen werden.Zahlreiche sportliche Erfolge bestätigten die Bemühungen der Schützen.Als ein großes Ziel wurde es immer angesehen, dass der Verein in seinem eigenem Schützenhaus die Übungsstunden, Wettkämpfe und Geselligkeiten abhalten könne.Mit dem Vorhaben der Gemeinde, eine große Sporthalle zu bauen, wuchs auch die Hoffnung der Schützen zu einem eigenen Heim zu kommen.Nach intensiver Information und Planung wurde der Bau einer Schießanlage in der neuen Sporthalle beschlossen.Der Schützenverein verpflichtete sich den Innenausbau für den Aufenthaltsraum, 50 Meter KK-Schießstand, den 10 Meter Luftgewehrschießstand und den 3 Nebenräumen in eigener Regie herzustellen.Am 1. Mai 1975 fand die Einweihung des Schützenheimes unter dem 1. Vorsitzenden Josef Seib statt und ist seitdem das Zuhause der Schützengesellschaft „Jägerblut“. 1979 übernahm Siegfried Beyer für 14 Jahre die Führung des Vereines. Unter seiner Regie feierte der Verein im Jahr 1988 sein 75-jähriges Bestehen. Er wurde von Horst Rutow abgelöst, der jedoch nur 1 Jahr lang das Amt des 1. Vorsitzenden inne hatte.
Der Wunsch der Sportschützen auch Pistole schießen zu können wurde immer größer.Somit beschloss der Vorstand, unter dem damaligen Vorsitzenden Gottfried Sterkel, eine zusätzliche Anlage im KK-Stand einzurichten.Am 19.04.1997 wurde der Pistolenstand eingeweiht.Zahlreiche Erfolge konnten in der Zwischenzeit verbucht werden, die im Jahr 2000 mit dem 1. Platz in der Grundklasse Sportpistole ihren Höhepunkt fand.
Durch weitere Verschärfungen der Bestimmungen für Schießanlagen aber auch um das Angebot für Sportschützen erweitern zu können, musste die Kugelfanganlage des KK-Standes umgebaut werden. In eigener Regie wurde der Textil- Holzgeschossfang einem Stahllamellengeschossfang weichen. Im Oktober 2005 wurde dieser mit Belobigung vom zuständigen Sachverständigen abgenommen.Auf unserem Stand darf mit Großkaliber, Unterhebelrepetierer und alle Kurzwaffendisziplinen geschossen werden.
Der Verein steht seit Februar 2004 unter der Vorsitzenden Birgit Wörtche, 2. Vorsitzenderist Gerhard Fleischer, Kassierer Gottfried Sterkel, Schriftführerin Simone Weiss, 1. Beisitzer und Presse Alexander Betz, 2. Beisitzerin Tanja Locke, Seniorenwart Georg Schmidt,Spartenleiter Josef Peters und Jugendwart Gerhard Hinz.
Der Verein zählt derzeit 99 Mitglieder. Er verfügt über 10 Stände für Luftdruckwaffen, fünf 50-Meter KK-Schießstände und sechs Stände für Sportpistole mit Duell-Anlage.Der Thekenausschank wird von den eigenen Mitgliedern betrieben.
Immer wieder können wir auf sportliche Erfolge zurückblicken. Den jüngsten Erfolg kann die Luftgewehrmannschaft im Dezember 2006 für sich verbuchen. Hier belegten sie den ersten Platz in der Kreisklasse.
